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Im Würgegriff der Panik

Die Angstattacke aus heiterem Himmel. Eine Verhaltenstherapie kann helfen.

panik.jpgDie Panik kommt immer ganz plötzlich. Grundlos fängt das Herz an zu rasen, die Luft bleibt weg, der Körper schwitzt und zittert. Die Betroffenen können sich die Angstanfälle oft nicht erklären. Eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung ist meist der einzige Ausweg. Damit ist aber auch die Aussicht auf ein Leben ohne die plötzliche Panik gut.

Bei der Panikstörung fürchten sich Menschen davor, zu sterben, verrückt zu werden oder die Kontrolle über sich zu verlieren. Ihre Sorge rechtfertigen sie mit den tatsächlichen körperlichen Symptomen. „Es ist nichts Eingebildetes, sondern der Körper reagiert mit Angst zu einem Zeitpunkt, wo das nicht angemessen ist”.

Genau an diesem Punkt setzt die kognitive Verhaltenstherapie an: Es soll deutlich werden, dass es keine akute Gefahr für die Gesundheit gibt. „80 Prozent der Patienten kann damit wirklich gut geholfen werden”. Derzeit arbeitet der Diplom- Psychologe im Verbund mit anderen Wissenschaftlern an einem Therapieprojekt, das vom Bundesforschungsministerium unterstützt wird und das die Wirksamkeit dieser Behandlungsform weiter untersuchen soll.

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Zur Panikstörung kommt oft noch die Agoraphobie, also die Angst vor freien Plätzen. Die Betroffenen meiden dann Orte, von denen eine Flucht schwierig sein könnte oder die ein Notarzt schlecht erreichen kann. Auch Kaufhäuser, Restaurants oder öffentliche Verkehrsmittel streichen sie aus ihrem Alltag. „Im schlimmsten Fall ist es wirklich so, dass Menschen nicht mehr in der Lage sind, das eigene Haus zu verlassen”. Ein normales Leben wird dann immer schwieriger, weil die Angst vor der Angst den Alltag bestimmt.

Um sich dauerhaft von der lähmenden Furcht zu befreien, müssen.die Patienten das tun, wovor sie sich am meisten fürchten: Sie müssen ihre Angst durchleben. „Kern der Behandlung ist, dass sie lernen, mit der Angst auf eine nicht angstvolle Art und Weise umzugehen”. Dafür müssen sie aktiv die Situationen aufsuchen, die sie in unerwarteten Schrecken versetzen.

Auch Stephan Welz lernte in einem Panik-Management-Kurs, . seine Angstattacken in den Griff zu bekommen. „Es hat etwa ein Jahr gedauert, bis ich wieder eine akzeptable Lebensqualität erworben hatte”, beschreibt der 44-Jährige seinen Kampf gegen die Angst, die er nun seit mittlerweile zehn Jahren losgeworden ist.

Den Auslöser für seine Panikstörung mit Agoraphobie sieht Welz heute in seinem damaligen Lebenswandel, der von zu viel Arbeit, zu wenig Sport und ungesunder Ernährung geprägt war. Irgendwann zog er die Notbremse und krempelte seinen Alltag um. Mittlerweile achtet er auf viel Bewegung und gesunde Lebensmittel und sucht Ausgleich in der Meditation. „Es ist jetzt nichts mehr übrig von meiner Angst, obwohl ich heute mehr beruflichen Stress habe.

Panikattacken müssen nicht immer grundlos und unerklärlich bleiben. So können auch traumatische Erlebnisse oder andere Auslöser Menschen extrem in Schrecken versetzen. Wenn der Grund für die Angst aber bekannt ist, sprechen Wissenschaftler von einer Phobie.

Die Ursachen für die plötzliche Panik beschäftigen die Wissenschaft nach wie vor. Einer Forschungsgruppe der Technischen Universität Dresden ist es kürzlich gelungen, zumindest einen familiären Zusammenhang bei Panikstörungen auszumachen. Eine Studie unter 3000 Familien ergab, dass Kinder panikkranker Eltern ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko haben, ebenfalls Angstanfällen ausgeliefert zu sein.

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Comments

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