Bilanz des problemmatischen Gartenjahres 2008: Erst feucht und kalt, dann furchtbar trocken.
Es war ein komisches Gartenjahr - dieses Jahr 2008. Erst war es feucht und kalt, dann furchtbar trocken. All dies bedeutete Stress für die Pflanzen im Garten. Hier eine Bilanz.
Probleme gab es oft bei den Erdbeeren. Viele Erdbeerpflanzen gingen besonders auf schweren Böden aufgrund der sogenannten Rhizomfäule ein. Dieses Abfaulen der Wurzeln führen die Gartenfachleute auf die sehr feuchten Monate April und Mai zurück. An den verbliebenen Pflanzen reiften aber dann nur wenige leckere Erdbeeren, weil Fruchtfäulen oder Hagelschäden die Früchte schädigten. In Nordbayern waren die Erdbeeren meist kleiner, da die nötige Bodenfeuchte im Mai fehlte. Zwetschgen gab es nur in ganz wenigen Gebieten. Regional fiel auch die Ernte von Mirabelle, Aprikose und Pfirsich ganz aus. Die Ursache war schlechtes kühles Wetter während der Blütezeit. Teilweise erfror sogar der Stempel der Blüte noch in der Knospe (24. März), was eine Befruchtung unmöglich machte.
Die Blütezeit der Apfel- und Birnbäume fiel dann später in eine Schönwetterperiode. Die Bäume fruchteten oft so gut, dass viele Äste im Herbst unter der Last der Früchte brachen. Die Obstmengen lockten wiederum Wespen und Fruchtfliegen an, so dass diese Insekten oft zur Plage wurden. Viele Freizeitgärtner berichteten zudem von Ausfällen durch Hagelschäden, Feuerbrand und Apfelwickler. Aufgrund der Trockenheit im Mai und Juni in Nordbayern war dort der Junifruchtfall besonders ausgeprägt.
Die Kirschenernte war gut. Allerdings ist die Kirschfruchtfliege weiterhin ein Problem. Selbst frühe Sorten, die bisher verschont blieben, waren in diesem Jahr zum ersten Mal „verwurmt”. Brombeeren konnten nur kurze Zeit geerntet werden. Dies traf auch auf die Herbsthimbeeren zu. Ab Mitte August wurde das Wetter zu unbeständig und die Temperaturen waren zu niedrig. So konnten die Herbstfrüchte nicht schmackhaft ausreifen. Bei Sommerhimbeeren ist nach wie vor die Rutenkrankheit im Vormarsch. Feuchte und schwere Bödenbegünstigen die Pilzerkrankung.
Die Beeren der Tafeltrauben platzten sehr häufig. Der Grund waren Niederschläge nach längerer Trockenheit. Pilze konnten sich danach gut ausbreiten. Zusätzlich wurden Wespen und Ohrwürmer angelockt.
Der Echte Mehltau, der Schönwetterpilz, hatte vor allem in Nordbayern im trockenen Frühsommer ideale Bedingungen. Rosen, Gurken und Zucchini waren beispielsweise davon betroffen. Auch der Sternrußtau an Rosen war in diesem Jahr ein häufiges Problem. Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten trat, wenn überhaupt, sehr spät im Gartenjahr auf. Die für die Ausbreitung notwendige andauernde Blattnässe fehlte. Es gab im Sommer gebietsweise wenige aber dafür heftige Niederschläge.
Der Blattlausbefall war im Frühsommer sehr stark. Besonders häufig klagten die Gartenbesitzer über die Ligusterblattlaus. Blattläuse übertragen Viruserkrankungen. An den verschiedensten Gartenpflanzen und Gemüsen traten die typischen Krankheitsbilder wie verkrüppelte Blätter und mosaikartige Blattverfärbungen auf. Im Laufe des Sommers reduzierte sich allerdings der Blattlausbestand. Für die starke Dezimierung könnte der gefräßige Asiatische Marienkäfer verantwortlich sein. Er soll sogar die großen Rindenblattläuse vertilgen. Erst im Herbst machte sich dieser eingebürgerte Marienkäfer bemerkbar. Zum Überwintern suchten Schwärme dieser Käfer gemeinsam einen Überwinterungsplatz.
Buchs, der eigentlich als pflegeleicht gilt, muss sich immer häufiger mit Krankheiten und Schädlingen herumschlagen. Das Buchssterben (Cylindrocladium) breitete sich besonders auf Friedhöfen und auf dicht bepflanzten Flächen aus. Dort wo die Buchsblätter schnell abtrocknen können, scheint es weniger Probleme zu geben. Immer häufiger ist auch der Buchsbaumblattfloh anzutreffen. Eingerollte Blätter der Triebspitzen deuten auf einen Befall hin.

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